 
Der Zwergotter (Amblonyx cinereus) ist eine Raubtierart
aus der Familie der Marder (Mustelidae). Er ist ein Verwandter
des Europäischen Fischotters.
Das Verbreitungsgebiet des Zwergotters erstreckt sich von Indien
und Südchina über Malaysia, Borneo und Java bis zu den
Philippinen. Hier bewohnt er vegetationsreiche Flussufer und Meeresküsten.
Als kleinster Vertreter der Otter wird er nur 45 bis 60 cm lang,
hinzu kommt ein 25 bis 35 cm langer Schwanz. Das Gewicht liegt bei
1 bis 5 kg. Die Männchen sind größer und schwerer
als die Weibchen.
Das Fell auf der Oberseite ist graubraun, Unterseite und Gesicht
sind hellgrau. Das Gebiss ist stark ausgebildet, die Zehen tragen
sehr kurze Krallen, die Schwimmhäute sind fast nicht vorhanden,
wodurch die einzelnen Finger beweglicher sind.
Als soziales Tier lebt der Zwergotter in Familien von 5 bis 10 Tieren.
Die Gruppenmitglieder begeben sich tagsüber gemeinsam auf die
Suche nach Muscheln, Krebsen, und Schnecken, die sie unter Wasser
im Boden riechen können und ausgraben. Zum Knacken der gepanzerten
Beutetiere benutzen sie ihr Gebiss und die fingerartigen Vorderzehen.
Ferner jagen sie auch Fische, Frösche und kleine Bisamratten.
Die Verständigung untereinander vollzieht sich durch verschiedene
Laute. Die Tiere halten z.B. durch pfeifenartige Rufe Kontakt untereinander.
Nach einer Tragezeit von etwa zwei Monaten bringt das Weibchen
ein bis zwei Junge zur Welt. Die Geburt findet in einer Erdhöhle
im Uferbereich statt, in der die Jungtiere die ersten Wochen ihres
Lebens bleiben. Die etwa 50 g schweren und haarlosen Neugeborenen
wachsen sehr schnell. Bereits nach zwei Wochen erkunden die noch
blinden Otterkinder die Region rund um den Bau. Nach 5 Wochen öffnen
sie die Augen und mit 6 Wochen machen sie ihre ersten Schwimmversuche.
Vollständig entwöhnt sind sie nach der elften Woche, bleiben
aber noch ein Jahr bei der Mutter.
Der Zwergotter hat weniger dichtes Fell als der ebenfalls in Südostasien
beheimatete Haarnasenotter. Deshalb ist er von Nachstellungen durch
Pelztierjäger verschont geblieben. Dennoch wird er als Konkurrent
für Fischer in manchen Regionen gejagt und wegen der fortlaufenden
Zerstörung seines Lebensraumes wird er immer seltener und gilt
offiziell als gering gefährdet.
Die beiden Zwergotter im Vivarium kamen 2007 aus dem Frankfurter
Zoo nach Darmstadt. Peter und Katrin sorgen hoffentlich bald für
Nachwuchs.
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