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Geier- oder Alligatorschildkröte

(Macroclemys temminckii)

Fam.: Alligatorschildkröten
Verbreitung: Nordamerika

Bei den Alligatorschildkröten gibt es heute nur noch zwei "Familienmitglieder": die Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) und die Geierschildkröte, beide in Amerika beheimatet. Vor Millionen von Jahren lebten auch in Europa noch Alligatorschildkröten. Das Vorkommen der im Wasser lebenden Geierschildkröte ist auf den Mississippi und seine Nebenflüsse beschränkt. Ihren Namen verdanken die Alligatorschildkröten dem beschuppten und für Schildkröten außergewöhnlich langen Schwanz. Geierschildkröten können mit ihrem hakenschnabelartigen Maul sehr kräftig zupacken. Die kräftigen Beine er möglichen ihnen, dass sie gut schwimmen können. Der höckrig aussehende Panzer ist bei älteren Tieren von Algen bewachsen und tarnt so vorzüglich. Als eine der größten Süßwasserschildkröten mit einer Länge bis zu 70 cm kann sie ein Gewicht von 100 kg erreichen. Gefräßig und schnellwüchsig können die Tiere ein Alter von mehreren Jahrzehnten erreichen. In den USA waren die großen Tiere sehr geschätzt und standen auf so mancher Speisekarte, weshalb sie stark verfolgt wurden. Dem ist jetzt Einhalt geboten, denn inzwischen genießen die Alligatorschildkröten amtlichen Schutz. Gefressen wird, was sich bewegt und zu nahe kommt. Zum Fischfang haben sie eine besondere Strategie entwickelt: sie angeln mit Würmern. Ein "roter Wurm" in Form eines fadenförmigen Fortsatzes auf ihrer dunklen Zunge lockt neugierige Fische an, wenn die Tiere mit geöffnetem Maul reglos am Gewässerboden liegen. Besonders, wenn der "Wurm" auf der Zunge noch bewegt wird, kann kaum ein hungriger Fisch widerstehen. Der "ältere Herr" in unserem Aquarium bräuchte zwar nicht zu angeln, denn er wird mit Fisch und Mäusen reichlich versorgt, doch tut er es sehr zur Freude der Besucher immer mal wieder. Auch wenn sie nicht angeln, liegen sie gern ruhig auf dem Bodengrund im Schlamm vergraben. Nur jüngere Tiere verlassen gelegentlich das Wasser, um ein wärmendes Sonnenbad zu nehmen. Bei den älteren sind es nur die Weibchen, die zur Eierablage an Land müssen.

 

 

 

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