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Die Seychellen-Riesenschildkröte (Dipsochelys hololissa)
gehört zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae).
Sie kommt ausschließlich auf drei Inseln der Seychellen-Gruppe
vor und bewohnt das küstennahe Buschland.
Die Seychellen-Riesenschildkröte ist eine der größten
und schwersten Landschildkröten. Männchen weisen eine
Panzerlänge von bis zu 100 cm auf, Weibchen werden etwa 80
cm lang. Das Höchstgewicht liegt bei 254 kg. Der Panzer ist
kuppelförmig und dunkelgrau gefärbt. Die Beine und der
Kopf sind sehr groß und können nicht vollständig
in den Panzer eingezogen werden.
Eine Besonderheit der Seychellen-Riesenschildkröte ist ihre
- bei Schildkröten einzigartige - Fähigkeit, Wasser durch
die Nase aufzunehmen. In ihrem trockenen Lebensraum kommen nur kleine
Wassermengen vor. Die Schildkröte kann mit der Nase Flüssigkeit
aus Gesteinsritzen aufnehmen und mithilfe einer speziellen Klappe
im Schädel direkt schlucken, ohne den Kopf zu heben. Auf den
Seychellen gibt es kaum Feinde für erwachsene Riesenschildkröten.
Dennoch ist sie ein scheues und vorsichtiges Tier, das bei Bedrohung
zischt und laut ächzt. Die tagaktive Schildkröte verbringt
die heißen Mittagsstunden im Schatten von Büschen und
Bäumen oder badet in Schlammsuhlen und kleinen Tümpeln.
Die Nahrungssuche findet in den Morgen- und Abendstunden statt.
Die Seychellen-Riesenschildkröte ernährt sich hauptsächlich
von Laub und Gräsern, selten frisst sie auch Eier oder kleine
Wirbeltiere.
Nach der Regenzeit, im April, beginnt die die Paarungszeit. Das
Männchen reitet auf dem Weibchen auf, um es zu begatten. Dabei
stößt es sehr laute Stöhngeräusche aus, die
auch im Vivarium oft zu hören sind. Zwischen Juni und September
findet die Eiablage statt. Das Weibchen gräbt eine flache Mulde
und legt bis zu 25 Eier, die mit Sand bedeckt werden. Das Gelege
wird von dem Weibchen bewacht, bis nach 120 bis 130 Tagen die Jungen
schlüpfen. Die Schildkrötenkinder sind 6-7cm lang und
haben noch einen weichen Panzer. Sie sind in den ersten Lebensjahren
vielen Gefahren ausgesetzt. Neben Fressfeinden wie Vögeln,
Krabben und Ratten ist die Hauptgefahr für junge und auch erwachsene
Riesenschildkröten die Mittagshitze. Exemplare die keinen Schatten
finden, wenn die Sonne am höchsten steht, können leicht
überhitzen und sterben. Mit 25 Jahren ist die Riesenschildkröte
geschlechtsreif, sie ist mit 40 Jahren ausgewachsen und kann bis
zu 150 Jahre alt werden.
Die Seychellen-Riesenschildkröte ist eine bedrohte Tierart
und wird nur in wenigen Zoos gezeigt. Zu Seefahrerzeiten wurden
die genugsamen Tiere als "lebende Konserven" auf auf dem
Schiffdeck gestapelt. Auf den Seychellen zählt man nur noch
20-40 frei lebende Tiere.
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