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Der Marabu (Leptoptilos crumeniferus) ist eine Vogelart aus der Familie der Störche (Ciconiidae). Der Name leitet sich von dem Wort Marabout ab, das einen islamischen Heiligen bezeichnet.
Der Vogel kommt in weiten Teilen des Subsaharischen Afrikas (südlich der Sahara) vor. Zwei verwandte Arten leben in Asien. Der ideale Lebensraum bietet neben ausreichend Nahrung auch Schlaf- und Nistbäume bzw. -felsen. Man findet den Marabu besonders oft in Gebieten in denen Viehzucht betrieben wird oder auch auf Müllhalden.
Unter den Störchen gehört der Marabu mit einer Gesamtlänge von 140 cm zu den größten Vertretern. Die Flügelspannweite beträgt etwa 3 m. Der Kopf und der Hals mit dem charakteristischen Kehlsack sind fast nackt. Flügel, Schwanz und Rückengefieder sind schiefergrau, die Unterseite ist weiß. Der Schnabel ist kräftig und bis zu 35 cm lang.

Der Marabu wird als Aasfresser und Schädlingsvertilger geschätzt. Der Schnabel dient dem aufbrechen der Bauchdecke verendeter Tiere, der Kopf ist kaum befiedert, damit er sich leichter von Fleisch- und Blutresten befreien lässt. Oft segeln mehrere Paare mit ausgebreiteten Schwingen hoch in der Luft und halten nach Aas Ausschau. Der Marabu macht auch Jagd Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien, kleine Säugetiere und sogar Vögel, die er geschickt aus der Luft fängt.
In der Trockenzeit, wenn besonders viele Tiere verenden, beginnt die Brutzeit des Marabus. Mehrere Paare finden sich zu großen Kolonien zusammen. Das Weibchen legt 2-3 Eier, die einen Monat lang von beiden Elternteilen bebrütet werden. Die 4 Monate dauernde Versorgung der Jungvögel geschieht ebenfalls durch beide Elternteile. Junge Marabus sind zu Beginn der Regenzeit flügge.

Der als "Gesundheitspolizei" nützliche und deshalb besonders schützenswerte Marabu wird in manchen Gegenden sehr stark bejagt und gilt dort als bedroht. Seine weichen Unterschwanzfedern, die seit den Zwanzigern besonders für Federboas verwendet werden, sind bei der Modeindustrie sehr beliebt. Ebenso werden die weichen Federn in der Kriminalistik zum Auftragen von Rußpulver auf Fingerabdrücke verwendet.

 

 

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