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Hauskaninchen
(Oryctolagus cuniculus f. domesticus)
Hase und Kaninchen gehören trotz ihres Aussehens nicht zu
den Nagetieren. Im Vivarium werden sie mit den Meerschweinchen zusammen
gehalten. Als dämmerungsaktive Tiere besitzen die Hasenartigen
entsprechend gut ausgebildete Augen. Die seitliche Anordnung der
Augen ermöglicht den Tieren, ein weites Gebiet gut zu überblicken,
dafür ist das räumliche Sehen geringer ausgeprägt.
Die Ohren dienen nicht nur zum Hören sondern auch zum Regeln
der Körpertemperatur durch Wärmeabstrahlung.
Das Hauskaninchen stammt vom Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)
ab, das ursprünglich nur in Südwesteuropa verbreitet war,
jedoch nicht in Mitteleuropa. Die Römer hielten die Kaninchen
in "Leporarien", da sie das Fleisch sehr schätzten.
Die ersten Wildkaninchen wurden um 1300 in Deutschland auf der Insel
Amrum ausgesetzt, während schon im 12. Jahrhundert (noch vor
den Wildkaninchen) Hauskaninchen gehalten wurden. Da es als Fastenspeise
zugelassen war, begann besonders in den Klöstern die Haltung
und Züchtung gezähmter Wildkaninchen in sogennanten Hasengärten.
Die Domestikation begann vor allem in Südfrankreich, wo es
im 16. Jahrhundert bereits mehrere Farbschläge gab, heute sind
es 200 verschiedene. Es sind über 80 Rassen bekannt, von den
bis 1,5 kg schweren Zwergkaninchen bis zu den über 7,5 kg wiegenden
Riesenkaninchen.
Die Trächtigkeitsdauer liegt bei 29 - 33 Tagen bei einer Wurfgröße
von 2 - 12 Jungtie-ren, die mit 4 - 6 Wochen entwöhnt sind.
Im Unterschied zu Hasen sind die jungen Kaninchen Nesthocker und
kommen nackt und blind zur Welt. Das Höchstalter liegt bei
10 Jahren.
Hausmeerschweinchen
Cavia aperea f. porcellus
Im 16. Jahrhundert kamen die ersten, wie Schweinchen quiekenden
Tiere übers Meer nach Europa. Der englische Name "Guinea
pig" kommt von einer alten englischen Münze, die dem Wert
eines Meerschweinchens entsprach. Das Hausmeerschweinchen (Cavia
aperea f. porcellus) stammt von den beiden in den Anden lebenden
dämmerungs- und nachtaktiven Wildformen (Cavia cutleri und
Cavia aperea tschudi) ab, die in Gebieten mit ganzjährigem
Grasbewuchs bis zu einer Höhe von 4200 m vorkommen. Diese leben
in kleinen Rudeln um flache, teilweise selbstgegrabene Erdbauten.
Die Verständigung er-folgt durch akustische Signale, und bei
Gefahr erfolgt die Flucht in die Höhle oder De-ckung. Der ausgeprägte
Geruchs- und Gehörsinn zusammen mit dem guten Sehvermögen
ist auch den Hausmeerschweinchen noch eigen.
Vor über 7000 Jahren wurden die ersten Tiere in Peru domestiziert,
zuerst als Opfer-tier, später auch als Fleischlieferant. Auch
heute noch gehören Meerschweinchen zum Speiseplan der Indios.
Mit 1000 - 1800 g Gewicht sind die Haustiere fast doppelt so schwer
wie die Wildform. Nach einer Tragzeit von 59 - 72 Tagen werden ein
bis vier Jungtiere geboren. Die Säugezeit beträgt drei
Wochen. Der Zahnwechsel erfolgt schon vor der Geburt, und im bleibenden
Gebiss wachsen die Zähne lebenslang. Koprophagie (Kotfressen)
ist lebenswichtig für die Versorgung mit bestimmten Vitaminen,
die die Tiere im Darm selbst herstellen. Bei der Haltung ist zu
beachten, dass die Nager emp-findlich auf Zugluft und Nässe
reagieren. Weniger gefährlich ist Kälte. Höchstalter
6 bis 8 Jahre, selten 15 Jahre.
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