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Der Flachlandtapir (Tapirus terrestris) ist eine
Säugetierart aus der Familie der Tapire (Tapiridae).
Er ist entfernt mit Nashörnern und Pferden verwandt.
Der Flachlandtapir wird 150 bis 250 kg schwer und bis zu 2,2 m lang.
Die Schulterhöhe beträgt 70 bis 100 cm. Weibchen sind
meist größer und schwerer als Männchen. Der Schwanz
ist lediglich 7 bis 10 cm lang. Das Fell ist schwarzbraun, am Rücken
etwas dunkler als an der Unterseite. Wangen und Kinn sind weißlich
grau, die Ohrspitzen haben weiße Ränder. Besonders auffälliges
Merkmal des Tapirs ist seine rüsselartige Nase. Sie ist sehr
beweglich und dient als Tast- und Greiforgan. Die Körperform
ist gedrungen und wirkt hinten überbaut, die stämmigen
Beine haben vorne vier und hinten drei hufartige Zehen. Während
die Augen nur schlecht entwickelt sind und der Tapir kurzsichtig
ist, sind Geruchsinn und Gehör sehr gut ausgebildet.
Der Flachlandtapir ist eine der drei südamerikanischen Tapirarten.
Er bewohnt tiefer gelegene Regionen in östlich der Anden und
kommt in tropischen Regenwäldern von Kolumbien, Venezuela,
Südbrasilien, Paraguay und Argentinien vor.
Während er tagsüber im Dickicht schläft, geht er
nachts auf Futtersuche. Er ist Vegetarier und ernährt sich
von Blättern, Knospen und anderen Pflanzenteilen. Mit seinem
Rüssel spürt er Wurzeln, Knollen und Früchte am Waldboden
auf. Bei Gefahr, etwa durch eine Raubkatze oder einen Menschen,
flüchtet er in ein Gewässer. Der Flachlandtapir ist ein
sehr guter Schwimmer und Taucher.
Der Tapir ist ein Einzelgänger, in Freiheit verteidigt er sein
Revier aggressiv gegen Artgenossen. Sein Territorium markiert er
mit Urin.
Die Paarung ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Nach
385 bis 412 Tagen Tragzeit wird ein 4 bis 7 kg schweres Jungtier
geboren. Selten kommen Zwillingsgeburten vor. Der junge Tapir trägt
helle Streifen, die als Tarnung dienen. In der ersten Lebenswoche
bleibt er noch in einem Versteck unter Sträuchern, dann wird
er von der Mutter durch den Wald geführt. Nachdem das Jungtier
mit etwa sechs Monaten entwöhnt ist, verliert es langsam seine
Streifen, bleibt aber noch etwa ein Jahr bei der Mutter, bis es
ausgewachsen ist. Mit vier Jahren ist ein Flachlandtapir geschlechtsreif,
die Lebenserwartung beträgt 25 bis maximal 35 Jahre.
Der Flachlandtapir kommt zwar aufgrund seines großen Verbreitungsgebietes
und seiner Anpassungsfähigkeit noch relativ häufig vor,
seine Verwandten, der Bergtapir und der Bairdstapir sind jedoch
durch Bejagung und Zerstörung der Regenwälder als gefährdet
eingestuft.
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