Kaupiana

Vereinigung der Freunde und Förderer des Darmstädter Schul-Vivariums e.V.
      

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Vereinsgeschichte

Originaldokument zu den Motiven der Vereinsgründung aus 1961 und das Protokoll über die Gründungsversammlung der Kaupiana, Vereinigung der Freunde und Förderer des Darmstädter Schul-Vivariums vom 7. April 1961

Zur Gründung der KAUPIANA

Je mehr unsere Städte wachsen, je größer die Bevölkerungsdichte unserer Heimat wird und je intensiver unsere Landschaften genutzt werden, um so weiter rückt die Natur vom Menschen ab, um so mehr entfremdet sich der Mensch von den Mitbewohnern seines Lebensraumes - von den Pflanzen und den Tieren.

Unsere Kinder wachsen in den riesigen Steinwüsten der Großstädte auf und atmen die verpestete Luft der Dunstglocken moderner Ballungsräume. Sie werden umbrandet von einem Tag und Nacht nicht abreißenden Lärm und müssen die Technik ihres Zeitalters verkraften.

Seit Jahren bemühen sich das "Institut für Naturschutz" der Stadt Darmstadt sowie der "Naturwissenschaftliche Verein Darmstadt", die Kontaktfläche Mensch - Natur zu vergrößern. Unsere Mitarbeiter und freien Helfer, Wissenschaftler und Pädagogen, sind unermüdlich tätig, ihre Kenntnisse von der belebten Umwelt unserer Wohnstätten mit modernen Mitteln weiterzugeben. In ganz besonderem Maße befassen wir uns mit den Möglichkeiten, mit den hier dargelegten Problemen über die Lehrerschaft an das schulpflichtige Kind zu gelangen.

Aus diesen Bemühungen heraus entstand 1957 das "Büro für Unterrichtshilfen" mit seiner Lehrerberatung, den Sammlungen mit einer Spezial-Bibliothek, dem Eberstädter Naturpfad mit seinen Feldstationen, mit der Bildstelle und dem Schul-Vivarium. Wir wollen damit dem Kind die Möglichkeit geben, seine Heimat kennen- und deshalb auch liebenzulernen. Heimatkunde, Vor- und Frühgeschichte, geologischer Aufbau und vegetationskundliche Gliederung unserer heimischen Landschaften sind ohne größere Mittel zu bewältigende Stoffgebiete. Anders sieht es mit der Tierwelt aus. Lediglich ihre Wohnstätten können auf Unterrichtsgängen demonstriert werden, während die eigentliche Beobachtung des Tieres nur wenigen Kindern möglich ist und dies auch nur bei einer verschwindend geringen Artenzahl.

So wurde unter recht großen Mühen der Grundstock für das Darmstädter Schul-Vivarium gelegt.

Im Schul-Vivarium sollen neben einheimischen Tieren auch solche Vertreter anderer Klimazonen gehalten werden, die in den Lehrplänen und in den Unterrichtsbüchern besonders angeführt sind. Es handelt sich in erster Linie um die Demonstration von Entwicklungsreihen, von Anpassungsformen an bestimmte Lebensräume, von Arten mit Ausbildungen besonderer Organe, von Nahrungsspezialisten und von ähnlichen Tieren und Tiergruppen.

Damit wäre dann dem Lehrer die Möglichkeit gegeben, über die Ausleihsammlungen mit ihrer Spezialbibliothek, über den Eberstädter Naturpfad mit seinen Feldstationen und über den Sektor Film-Bild-Ton noch das lebende Tier als beste Anschauungsform zu setzen. Bei dieser Art der Darbietung - besonders naturkundlicher Unterrichtshilfen - wird bei minimalem Zeitaufwand sowohl für den Lehrer als auch für die Kinder ein optimaler Nutzeffekt erzielt.

Da besonders das Schul-Vivarium bei der Erfüllung seiner pädagogischen und kulturellen Aufgaben auf größere finanzielle Mittel zurückgreifen muß, ist es - wie bei allen derartigen Einrichtungen - unerläßlich, daß sich aus der Bürgerschaft eine Vereinigung konstituiert, die dem Schul-Vivarium helfend zur Seite tritt.

Aus diesem Grunde wurde die nach dem berühmten Darmstädter Zoologen J. J. Kaup genannte Vereinigung ins Leben gerufen.

 

Protokoll über die Gründungsversammlung der "Kaupiana", Vereinigung der Freunde und Förderer des Darmstädter Schul-Vivariums

Am 7. April 1961 wurde in der Zoologischen Abteilung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt eine Vereinigung der Freunde und Förderer des Darmstädter Schulvivariums gegründet, die nach dem berühmten Darmstädter Zoologen J. J. Kaup den Namen "Kaupiana" führt.

Über den Aufbau, die Entwicklung und die Aufgaben des Schulvivariums, welches im Sommer 1956 ins Leben gerufen wurde, referierte Herr Dr. Ackermann. Eine Zusammenfassung dieses Referats wird der Satzung als Legende beigefügt.

Die Mitglieder der GründungsVersammlung nahmen einstimmig die vorgelegte Satzung an. Durch Unterschriftsvollzug wurde die Satzung beschlossen.


Die Mitgliederversammlung wählte zum

Vorsitzenden
Herrn Dr. Karl Merck,

stellvertretenden Vorsitzenden
Frau Studienrätin Dr. Irmgard Paetzold,

Rechner
Herrn Mittelschullehrer Kurt Willenbach,

Presseleiter
Herrn Studienrat Dr. Heinz Döring,

Geschäftsführer
Herrn Dr. Heinz Ackermann.


Weiterhin wurde beschlossen, daß die Geschäftsführung beim Institut für Naturschutz liegt und die Geschäftsstelle demnach in den Räumen des Instituts im Alten Rathaus am Markt untergebracht ist.

Unterschriftsvollmacht für den Geldverkehr wurde dem Rechner und dem Geschäftsführer erteilt.

Als Rechnungsprüfer wurden die Herren Diplom-Volkswirt Rudolf Solch und Oberinspektor Martin Volk gewählt.

Der Geschäftsführer ist bevollmächtigt, im Namen des Vorstandes Erklärungen abzugeben und entgegenzunehmen. Er führt die Geschäfte der Vereinigung.

Ferner wurde diskutiert über Fragen der Mitgliederwerbung, über die Kontaktaufnähme mit den Schulen und über praktische Unterstützung des Schul-Vivariums.

Der Mindestjahresbeitrag wurde für Erwachsene auf 12,- DM und für Jugendliche auf 3,- DM festgesetzt.

Die Mitglieder der Kaupiana haben beim Besuch des Schulvivariums und bei allen Veranstaltungen dieser Einrichtung freien Eintritt.

Die Mitglieder der Gründungsversammlung erhielten durch Herrn Kustos Dr. Georg Scheer einen kurzen Einblick in das Leben und Wirken J. J. Kaups. Eine Vitrine mit Arbeiten von Kaup war aufgestellt. Jedes Gründungsmitglied erhielt 3 Veröffentlichungen über Kaup ausgehändigt.

Die Gründungsversammlung schloß mit einem Farbtonfilm über "Das Dorf der weißen Störche".


Dr. Karl Merck, Vorsitzender

Dr. Heinz Ackermann, Geschäftsführer

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